CDU lädt am 16.Juli 2020 zur Diskussion über den REWE-Markt an der Sandstraße ein

Lars van der Bijl, Bürgermeisterkandidat der CDU, entzieht Bürgermeister Daniel Zimmermann das Wort! Es ging um die Zukunft des REWE-Standortes in Baumberg am Sportplatz. Die CDU hatte ins Bürgerhaus eingeladen und etwa 80 interessierte Bürger waren gekommen. Natürlich saßen sie in einem Abstand von 1,50 Metern.

Nach kurzer Begrüßung durch Peter Rabe, Vorsitzender des CDU-Arbeitskreises Baumberg, stellt Denis A. H. Hüttenbügel, der Inhaber der Liegenschaft, seine Pläne mit dem heutigen Standort sachlich und auf das Wesentliche konzentriert, kurz dar. Seine bei der Stadt Monheim eigereichte Bauvoranfrage sieht ein integratives Konzept vor: Sanierung und Modernisierung des bestehenden Lebensmittelhandels, der mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Hinzu der Ersatz des jetzigen Getränkehandels durch einen Drogeriemarkt, dazu eine zusätzliche Apotheke. Jetzt schon bestehende Geschäfte Bäckerei, Zeitungen, Bekleidung und Pizzeria sollen bleiben. Insgesamt eine Investition von mehreren Millionen Euro.

Die Bauvoranfrage wird von der Stadt Monheim und der Mehrheitsfraktion der PETO abgelehnt. Stattdessen gibt es ein alternatives Konzept mit Wohnbebauung, Wegfall der Parkplätze, Bau einer Tiefgarage in den zu erhaltenen Lebensmittelmarkt.

Anschließend stellt Markus Gronauer, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Entscheidung des Rates dar. Dies macht er sachlich, ruhig im Ton. Dabei redet er „Tacheles“ und stellt die Interessen der Mehrheitsfraktion PETO offen heraus. Die Entscheidungsmöglichkeiten, die Herrn Hüttenbügel jetzt noch verbleiben, sind mehr als eingeschränkt. Beispiele:

  • Selbst eine Nachvermietung im bestehenden Zustand ist nicht erlaubt.
  • Eine angedachte Verglasung einer Außenwand ist nicht möglich.
  • Eine qualitative Optimierung ist nicht erwünscht.

Nach der Ansicht von Markus Gronauer dominiert hier das planwirtschaftliche „Staatsdenken“ der PETO die positive Energie eines privaten Unternehmers in einem grundsätzlich freien und marktwirtschaftlichen System, auf Kosten der Bürger.

Herr Hüttenbügel ist jetzt und aktuell in Gesprächen mit Daniel Zimmermann. Gesucht werden soll ein tragfähiger Kompromiss, mit dem beide „Seiten“ leben können. Kern der Auseinandersetzung ist wohl der geplante Drogeriemarkt. Diesen will Herr Zimmermann mit Blick auf das zu entstehende neue Einkaufszentrum am Holzweg, das auch einen Drogeriemarkt vorsieht, wohl unter keinen Umständen. Es deutet sich an: Herr Hüttenbügel kann sich eine Alternative zum Drogeriemarkt vorstellen, hält diesen jedoch immer noch für das Optimum für diesen Standort. Herr Zimmermann signalisiert die Bereitschaft, den Lebensmittelmarkt zu erhalten.

Daniel Zimmermann ist zusammen mit Lukas RISSE (PETO) überraschend zu diesem CDU-Talk erschienen. Natürlich kann er wie jeder andere Teilnehmer auch sich an der Diskussion beteiligen. Und das tut er auch in gewohnt ruhiger, rationaler und nüchterner Art. Das Holzweg-Einkaufszentrum erreicht 9ooo Anwohner, der REWE Standort lediglich 2800 Anwohner. Damit ist für ihn die Sache klar: Der Drogeriemarkt kommt an den Holzweg und nicht an den Sportplatz, für zwei Märkte ist Baumberg zu klein! Basta und entschieden!

So verstehen das die meisten der anwesenden Bürger. Die Meinungen der vor ihm sitzenden Bürger, meist aus dem Umfeld der Hüttenbügel-Liegenschaft, scheint den Bürgermeister nicht zu interessieren, zumindest strahlt er das an diesem Abend im Bürgerhaus aus. Er weiß schon, was für Baumberg gut und richtig ist. Fragt sich nur … woher?

Die Diskussion verläuft emotional. Die anwesenden Teilnehmer haben mehrheitlich eine andere Meinung als der Bürgermeister. Eines ist klar: Die Menschen an diesem Abend im Bürgerhaus, und nicht nur die, sondern viele Bürger in Baumberg, wollen das Hüttenbügel-Konzept umgesetzt sehen und diesen Standort als attraktive Form der lokalen Daseinsgestaltung erhalten. Sie sind froh, dass ein privater Unternehmer einige Millionen in Baumberg investieren möchte. So auch der BAB.

Jede Meinungsäußerung eines Teilnehmers wird beklatscht. Das kann man, eher vorsichtig formuliert, bei der Argumentation von Daniel Zimmermann nicht sagen. Als der Bürgermeister zum wiederholten Mal seine Argumentation „Holzweg – Sandstraße“ etwas belehrend und wenig emphatisch wiederholt, platzt dem CDU-Vorsitzenden der berühmte Kragen. Mit lautstarken Worten nahm er das Mikrophon und wies Daniel Zimmermann darauf hin, dass dies eine Veranstaltung der CDU sei und keine des Bürgermeisters. „Herr Bürgermeister, hiermit entziehe ich Ihnen das Wort!“ Überwiegend Zustimmung im Saal. Der letzte lautstarke Satz, mehr zu sich selbst als zu den Anwesenden, dass ihn das alles „ankotzt“, fand in der Zuhörerschaft geteilte Interpretation. Aber auch hier sprach er einigen Teilnehmern aus dem Herzen. Daniel Zimmermann und Lukas Risse verließen daraufhin wortlos das Bürgerhaus.

Wahrscheinlich ist es Daniel Zimmermann an diesem Abend nicht gelungen, die Anwesenden von seiner Argumentation zu überzeugen. Einer der interessierten Bürger sprach ganz unverhohlen die Kommunalwahl im September an. In diesem Sinne sind wohl auch die letzten Worte von van der Bijl zu verstehen: Wenn die CDU nach der Kommunalwahl im Herbst für die Mehrheitsverhältnisse im Rat der Stadt Monheim benötigt werde sollte, dann bleibt der REWE Standort als attraktives Nahzentrum für die lokale Daseinsfürsorge in Baumberg erhalten und es gibt dort keine Wohnbebauung. Applaus!

Fazit: Daniel Zimmermann, sonst ein hervorragender Moderator und Integrator unterschiedlicher Meinungen, hatte an diesem Abend nur wenig Gefühl, was in den Köpfen der Menschen im Bürgerhaus so ablief. Man kann nicht alles mit Geld regeln, man kann sich nicht alles rational so zurechtlegen, wie man es sehen will, man kann nicht für sich beanspruchen, zu wissen, was für Baumberg gut ist, man kann die Meinung vieler Baumberger Bürger nicht ignorieren. Der REWE Standort hat in der jüngeren Geschichte Baumbergs Kultstatus erreicht. Noch heute sagen die Leute „Ich geh jetzt mal zum GROKA“. Und da wollen sie auch weiter hin gehen.

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