Beim BAB-Talk am 26.04.2026 war das Bürgerhaus gut gefüllt: Mit Bürgermeisterin Sonja Wienecke, der Bereichsleiterin Bauwesen Ella Luff und Jan Blume, zuständig für Grünflächen, Spielplätze und Friedhöfe, standen gleich drei zentrale Ansprechpartner Rede und Antwort.

Sonja Wienecke nutzte die Gelegenheit, um auf ihre ersten 100 Tage im Amt zurückzublicken. Dabei wurde schnell deutlich: Der Start war intensiv, aber auch von vielen positiven Erfahrungen geprägt. Besonders hob sie das Engagement der Mitarbeitenden im Rathaus hervor, mit denen bereits erste Projekte angeschoben werden konnten. Trotz notwendiger Einsparungen im Haushalt wolle sie nicht einfach "den Rotstift ansetzen", sondern differenziert vorgehen. Auch freiwillige Leistungen sollen wenn möglich mit Blick auf ihre Bedeutung und Kosten verantwortungsvoll erhalten bleiben. Als Beispiele nannte sie die Triennale und die Mack-Pyramide. Letztere hätte sich ohnehin nicht ohne zusätzliche Kosten stoppen lassen, nun gehe es darum, den Betrieb möglichst wirtschaftlich zu gestalten. Wichtig sei ihr außerdem mehr Grün in der Stadt, z.B. durch neue, schattenspendende Klimabäume sowohl an der Rheinpromenade als auch in der Innenstadt.

Wienecke würdigte auch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie der politischen Parteien. Unterschiedliche Meinungen sehe sie als Bereicherung, betonte jedoch die Notwendigkeit, tragfähige Kompromisse zu finden. Dazu suche sie bewusst den Dialog mit allen politischen Kräften.

Ella Luff berichtete über den Fortschritt bei verschiedenen Bauprojekten. Die Rheinpromenade steht kurz vor der Fertigstellung. In Baumberg stehen unter anderem die Hochwasserschutzwand und Verbesserungen an der Monheimer Straße an. Auch Ideen aus dem BAB wurden aufgegriffen, etwa der Kanalanschluss am Dorfplatz und eine zusätzliche Rampe zur Boulebahn. Beim Umbau der Geschwister-Scholl-Straße ist hingegen Geduld gefragt: Hier ist ein Start erst ab 2029 vorgesehen, da noch Fördermittel geklärt werden müssen.

Für lebhafte Diskussionen sorgte die geplante Änderung auf dem Garather Weg. Künftig soll der Radverkehr dort auf Schutzstreifen auf der Straße geführt werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dafür wird eine Sperrung in den Sommerferien für mehrere Wochen nötig sein. Die Stadt habe hier bereits eine weniger einschneidende Variante gegenüber der ursprünglichen Planung des Kreises durchgesetzt. Diese sah eine Sperrung im vergangenen verkehrsreicheren Herbst vor. Dennoch sind die Einflussmöglichkeiten begrenzt, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Markus Gronauer, stellvertretender Vorsitzender des BAB, kündigte an, dass sich der BAB hier für die Interessen der Baumberger Bürgerinnen und Bürger einsetzen werde. Angedacht sei, einen Vertreter des Kreises zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung einzuladen.

Jan Blume brachte auch grüne Themen ins Spiel. So soll der Brunnen des alten Feuerwehrgerätehauses an der Europaallee neu aufgebaut werden, eingebettet in einen kleinen Platz mit Sitzgelegenheiten. Die Idee dazu kam aus dem BAB und soll symbolisch Alt und Neu in Baumberg verbinden. Zudem ist am Ortsausgang in Richtung Urdenbach die Anlage eines rund 25.000 Quadratmeter großen Hartholz-Auenwaldes geplant, der einen hohen ökologischen Wert bieten soll.

Weitere Themen betrafen die Anbindung der Europaallee an die Wiener-Neustädter-Straße, bei der noch Gespräche mit einzelnen Grundstückseigentümern ausstehen, sowie die Sperrung des Fußwegs von der Humboldtstraße zum Bürgerpark, die aufgrund von Baustellenverkehr voraussichtlich bis Herbst 2027 bestehen bleibt.

Auch aus dem Publikum kamen Anregungen, etwa zur Busschleuse an der Benrather Straße. Markus Gronauer verwies darauf, dass die die Bürgermeisterin unterstützenden Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP an ihrem Wahlversprechen festhalten, die Busschleuse zurückzubauen. Gleichzeitig müsse man vermeiden, neuen Schleichverkehr zu schaffen. Deshalb sollen zunächst der Abschluss des Umbaus der Geschwister-Scholl-Straße und die Anbindung der Europaallee abgewartet werden.

Zum Abschluss bedankte sich der BAB-Vorsitzende Oliver Lehnard bei den Gästen mit einer kleinen Aufmerksamkeit: "Baumberger Tee". Alle drei betonten noch einmal, dass sie jederzeit ansprechbar sind und den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ausdrücklich wünschen.